
Das Warzenschwein - kein schönes Tier

Der Wasserbock - gezeichnet für´s Leben

Farbenfroher Webervogel und sein Nest

Einheimischer Wildhüter

Giraffe - legt keinen Wintervorrat an
Man verbringt viel Zeit gemeinsam im Fahrzeug auf der Pirsch nach Löwe, Elefant & Co, die Kamera immer im Anschlag. Die erfahrenen Wildhüter sind die Menschen, die den Touristen aus aller Welt am meisten Wissen über ihr Land vermitteln und die, die den häufigsten Kontakt zum Gast aus Übersee haben. Bei so viel geballter Information und so vielen spannenden und aufregenden Eindrücken lässt die Aufnahmefähigkeit des ein oder anderen schon mal nach. Gerne benutzen die Wildhüter dann ihre kleinen Kindheitserinnerungen und Anekdoten, um wieder die volle Aufmerksamkeit der Gäste zu bekommen. Manchmal dienen sie aber auch einfach nur der Erheiterung aller Anwesenden.
Ezekiel, ein liebenswerter Wildhüter aus Botswana, hatte einen amerikanischen Gast auf seiner ersten Afrikareise zum Narren gehalten.
Überall in den Bäumen befanden sich kleine Nester der gelben Webervögel. Diese Nester sehen aus wie kleinere Heubüschel und hängen meist wie Früchte an dünnen Ästen. Auf die vom Amerikaner Bill verneinte Frage ob er wisse, was sich da in den Bäumen befinde, lieferte Ezekiel folgende Antwort:
Das ist von den Giraffen. Im Sommer, wenn das Gras grün und saftig ist, rupfen die Giraffen es aus und bringen es mit ihren langen Hälsen in die oberen Äste der Bäume. Hier trocknet es während der kommenden Monate und kann von keinem anderen Tier gefressen werden. Wenn im Winter das Nahrungsangebot sinkt, kommt die Giraffe zurück und findet ihr, zuvor in die Bäume gehängtes Gras, getrocknet vor und hat somit, auf Augenhöhe, einen reichlich gedeckten Tisch und muss nicht lange auf Nahrungssuche gehen. Hätten Sie gedacht, dass Giraffen so clevere Tiere sind?
Aber auch Louwrina aus Südafrika hatte eine nette Geschichte zu erzählen:
Das Warzenschwein, wirklich kein hübsches Tier, hat sein Aussehen, wie jedes andere Lebewesen auch, dem lieben Gott zu verdanken. Allerdings ist diesem ein Fehler bei seiner Schöpfung unterlaufen, er hatte schlicht das letzte Tier, nämlich das Warzenschwein, vergessen. Die schönen Körperteile und Felle waren schon aufgebraucht und er schmiss kurzerhand alles noch verfügbare Material auf die Erde und sprach: „Dies sei ein Warzenschwein.“ Die Beine zu kurz, der Bauch recht dick und ein Gesicht, das nur eine Mutter lieben kann! Aber es war vollbracht. In der Praxis hat das Warzenschwein jedoch zu wenig Haut. Immer wenn es mit seinen kurzen Beinchen durch das hohe Gras der Gefahr davonläuft, kneift es die Äuglein zu, damit die Grashalme nicht in den Augen piksen. Dabei zieht sich die Haut über den gesamten Körper von hinten nach vorne und das Schwänzchen geht automatisch in die Höhe! Und ich habe immer gedacht es wäre ein Signal, damit der Rest der Rotte weiß, wohin die Flucht geht.
Zu guter Letzt noch John, aus dem Krüger Nationalpark. Er hat seine eigene Theorie, warum der Wasserbock einen weißen Kringel auf dem Heck hat:
Jäger behaupten der liebe Gott habe dem Wasserbock eine Zielscheibe auf den Po gemalt, damit die Jäger es wenigstens bei einem Tier nicht so schwer haben und regelmäßig ein Stück Fleisch auf den Tisch bekommen. John sagt, das ist pure Erfindung und die Herkunft ist eine ganz andere. Das Haus des ersten Wasserbockes war noch nicht ganz fertig, er hatte aber schon ein dringendes Bedürfnis und konnte nicht warten bis die Farbe auf der Klobrille getrocknet war. Zurück im Busch haben sich die anderen Tiere über ihn lustig gemacht. Da ihm die Wahrheit zu peinlich war, hat er die Geschichte mit der Zielscheibe für die Jäger erfunden und behauptet, Gott hätte ihn ausgewählt in der Gewissheit, dass er zu schnell und zu wendig für jeden Jäger sei und somit nichts zu befürchten habe. Darüber war Gott so erbost, dass er alle Nachfahren mit einem Kreis auf dem Heck zeichnete, um jeden Wasserbock an den Hochmut des Vorfahren zu erinnern.
Und wann kommen Sie nach Afrika?
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